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Warum E-Mail-Anhänge ein Sicherheitsrisiko für Unternehmen sind

E-Mail-Anhänge sind der häufigste Weg für den Dokumentenaustausch -- und der unsicherste. Erfahren Sie die 5 größten Risiken und welche Alternativen es gibt.

19. Februar 20267 min read
E-MailSicherheitDatenschutzUnternehmen

Warum E-Mail-Anhänge ein Sicherheitsrisiko für Unternehmen sind

E-Mail-Anhänge sind das größte Sicherheitsrisiko im geschäftlichen Dokumentenaustausch. Fehlende Verschlüsselung, kein Audit-Trail, unkontrollierte Weiterleitung und die ständige Bedrohung durch Phishing machen jeden E-Mail-Anhang zu einem potenziellen Datenschutzverstoß. Trotzdem nutzen über 80 % der deutschen Unternehmen E-Mail als primären Kanal für den Austausch sensibler Dokumente. In diesem Beitrag zeigen wir die fünf größten Risiken und warum es höchste Zeit ist, umzusteigen.

Das Problem: E-Mail wurde nie für sichere Dateiübertragung entwickelt

E-Mail wurde in den 1970er-Jahren als offenes Kommunikationsprotokoll entwickelt -- lange bevor Datenschutz, Compliance und Cybersicherheit Themen waren. Das SMTP-Protokoll, auf dem E-Mail basiert, überträgt Nachrichten und Anhänge standardmäßig im Klartext. Zwar gibt es Erweiterungen wie TLS, doch deren Einsatz ist weder garantiert noch überprüfbar.

Für den geschäftlichen Austausch sensibler Dokumente -- Verträge, Ausweiskopien, Steuerbescheide, Gesundheitsdaten -- ist E-Mail damit grundsätzlich ungeeignet. Dennoch ist sie aus dem Arbeitsalltag nicht wegzudenken. Das Resultat: ein massives Sicherheitsrisiko, das die meisten Unternehmen unterschätzen.

Die 5 größten Risiken von E-Mail-Anhängen

1. Fehlende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Das gravierendste Problem: E-Mail-Anhänge werden in der Regel nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt übertragen. Selbst wenn Ihr Mailserver TLS unterstützt, gibt es keine Garantie, dass der Mailserver des Empfängers das ebenfalls tut. Auf jedem Zwischenserver liegt die Datei potenziell unverschlüsselt.

Das bedeutet in der Praxis:

  • Administratoren bei E-Mail-Providern können auf Anhänge zugreifen.
  • Bei einer Kompromittierung des Mailservers sind alle gespeicherten Anhänge betroffen.
  • Auf mobilen Geräten werden Anhänge oft unverschlüsselt in temporären Ordnern gespeichert.

Lösungen wie PGP oder S/MIME existieren, sind aber so kompliziert einzurichten, dass sie in der Praxis kaum genutzt werden -- schon gar nicht von Kunden oder Mandanten, die Ihnen Dokumente zusenden sollen.

2. Kein Audit-Trail und keine Nachverfolgung

Sobald Sie einen E-Mail-Anhang versenden, verlieren Sie jede Kontrolle darüber:

  • Keine Lesebestätigung: Sie wissen nicht sicher, ob der Empfänger die Datei geöffnet hat.
  • Keine Zugriffskontrolle: Sie können den Zugriff nachträglich nicht entziehen.
  • Keine Weiterleitung verhindern: Der Empfänger kann die Datei beliebig weiterleiten.
  • Keine Löschung möglich: Sie können die Datei nicht aus dem Postfach des Empfängers löschen.

Für die DSGVO ist ein lückenloser Audit-Trail aber essenziell. Sie müssen dokumentieren können, wer wann auf personenbezogene Daten zugegriffen hat. Mit E-Mail ist das schlicht unmöglich.

3. Größenbeschränkungen und technische Probleme

Die meisten E-Mail-Server begrenzen Anhänge auf 10-25 MB. Durch die Base64-Kodierung, die E-Mail für binäre Dateien verwendet, wird die effektive Dateigröße sogar um etwa ein Drittel reduziert. Das führt zu Problemen:

  • Große Dokumente: Baupläne, hochauflösende Fotos, Videodateien oder umfangreiche Vertragswerke können nicht per E-Mail versendet werden.
  • Stille Fehler: Manche Mailserver lehnen zu große Anhänge ab, ohne den Absender zuverlässig zu informieren.
  • Postfach-Limits: Empfänger mit vollen Postfächern empfangen keine weiteren Anhänge.
  • Mehrere Dateien: Bei vielen Dateien werden oft mehrere E-Mails versendet, was die Übersichtlichkeit zerstört.

4. Fehlzustellung und menschliche Fehler

Einer der häufigsten Datenschutzvorfälle in Deutschland ist die Fehlzustellung von E-Mails. Eine Studie des britischen Information Commissioner's Office (ICO) zeigt, dass E-Mail-Fehlzustellungen die häufigste Ursache für Datenschutzverletzungen sind. Die Gründe:

  • Autovervollständigung: Die E-Mail-Adresse wird automatisch vervollständigt -- mit dem falschen Empfänger.
  • CC statt BCC: Vertrauliche Dokumente werden versehentlich an alle sichtbaren Empfänger gesendet.
  • Falscher Anhang: Statt der gewünschten Datei wird eine andere angehängt.
  • Weiterleitung mit Anhang: Beim Weiterleiten einer E-Mail werden vergessene Anhänge aus früheren Nachrichten mitgesendet.

Einmal versendet, lässt sich eine E-Mail nicht zurückholen. Der Datenschutzvorfall ist passiert.

5. Phishing und Malware

E-Mail-Anhänge sind der häufigste Angriffsvektor für Phishing und Malware-Angriffe. Cyberkriminelle nutzen täuschend echte E-Mails, um Empfänger zum Öffnen schädlicher Anhänge zu verleiten:

  • Ransomware: Verschlüsselung aller Unternehmensdaten durch einen Klick auf einen infizierten Anhang.
  • Credential-Phishing: Gefälschte Dokumente, die zur Eingabe von Zugangsdaten auffordern.
  • CEO-Fraud: Vermeintliche E-Mails von Vorgesetzten mit manipulierten Dokumenten.

Wenn Ihre Kunden es gewohnt sind, Ihnen Dokumente per E-Mail zu senden, können Angreifer dieses Muster ausnutzen und Ihren Mitarbeitern schädliche Anhänge unter dem Deckmantel eines bekannten Absenders zukommen lassen.

Reale Szenarien: Was schiefgehen kann

Szenario 1: Die fehlgeleitete Steuererklärung

Ein Steuerberater erhält die Steuererklärung eines Mandanten per E-Mail. Beim Weiterleiten an einen Kollegen wählt die Autovervollständigung den falschen Empfänger. Die komplette Steuererklärung mit Einkommensangaben, Kontonummern und Sozialversicherungsnummer landet beim falschen Mandanten. Ein meldepflichtiger Datenschutzvorfall.

Szenario 2: Das kompromittierte Postfach

Das E-Mail-Postfach einer Personalabteilung wird durch einen Phishing-Angriff kompromittiert. Der Angreifer hat Zugriff auf Hunderte von E-Mails mit Bewerbungsunterlagen, Arbeitsverträgen, Krankmeldungen und Gehaltsabrechnungen. Da E-Mails standardmäßig nicht verschlüsselt gespeichert werden, sind alle Anhänge sofort lesbar.

Szenario 3: Die vergessene Anlage

Ein Rechtsanwalt sendet eine E-Mail mit einem vertraulichen Vertragsentwurf an seinen Mandanten. Durch ein Versehen hängt er auch ein Dokument eines anderen Mandanten an. Der Verstoß gegen das Mandantengeheimnis wird erst bemerkt, als der Empfänger nachfragt.

DSGVO-Konsequenzen von unsicheren E-Mail-Anhängen

Die DSGVO stuft den unverschlüsselten Versand personenbezogener Daten als Verstoß gegen Art. 32 (Sicherheit der Verarbeitung) ein. Konkrete Konsequenzen:

  • Bußgelder: Bis zu 20 Millionen Euro oder 4 % des weltweiten Jahresumsatzes.
  • Meldepflicht: Datenschutzverletzungen müssen innerhalb von 72 Stunden der Aufsichtsbehörde gemeldet werden.
  • Benachrichtigungspflicht: Betroffene müssen informiert werden, wenn ein hohes Risiko für ihre Rechte besteht.
  • Reputationsschaden: Datenschutzvorfälle werden öffentlich bekannt und schädigen das Vertrauen.

Die bessere Alternative: Sichere Upload-Links

Statt Kunden und Mandanten zu bitten, sensible Dokumente per E-Mail zu senden, gibt es eine einfache und sichere Alternative: Upload-Links.

So funktioniert es:

  1. Sie erstellen einen personalisierten Upload-Link für Ihren Kunden.
  2. Ihr Kunde öffnet den Link im Browser und lädt seine Dokumente hoch.
  3. Die Dateien werden verschlüsselt übertragen und gespeichert.
  4. Sie erhalten eine Benachrichtigung und können die Dateien sicher einsehen.

Die Vorteile gegenüber E-Mail:

KriteriumE-Mail-AnhangUpload-Link
VerschlüsselungNicht garantiertTLS + verschlüsselte Speicherung
Audit-TrailNicht vorhandenVollständig dokumentiert
Dateigröße10-25 MB LimitKonfigurierbar
ZugangskontrolleKeinePasswort, Ablaufdatum, Limits
FehlzustellungMöglichAusgeschlossen (personalisierter Link)
DSGVO-KonformitätFraglichVon Grund auf integriert

Weitere Alternativen zu E-Mail-Anhängen

Upload-Links sind nicht die einzige Alternative. In unserem Beitrag zu den 5 Alternativen zu E-Mail-Anhängen vergleichen wir verschiedene Lösungen:

  • Upload-Links (z. B. SendMeSafe) -- ideal für den Dokumentenempfang
  • Cloud-Speicher (z. B. Google Drive, OneDrive) -- gut für interne Zusammenarbeit
  • Managed File Transfer -- für große Unternehmen mit hohem Sicherheitsbedarf
  • Client-Portale -- für dauerhafte Kundenbeziehungen
  • Secure Messaging -- für kurze, vertrauliche Nachrichten

So stellen Sie auf sichere Dateiübertragung um

Der Umstieg von E-Mail-Anhängen auf sichere Upload-Links ist einfacher als gedacht:

  1. Identifizieren Sie Risikoprozesse: Welche Dokumente empfangen und versenden Sie regelmäßig per E-Mail?
  2. Wählen Sie eine Lösung: Achten Sie auf EU-Serverstandort, AVV, Verschlüsselung und Audit-Trail.
  3. Erstellen Sie Vorlagen: Vorgefertigte Upload-Links für wiederkehrende Dokumentenanforderungen.
  4. Kommunizieren Sie den Wechsel: Informieren Sie Kunden und Partner über den neuen, sicheren Weg.
  5. Schulen Sie Ihr Team: Stellen Sie sicher, dass alle Mitarbeiter den neuen Prozess kennen.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie in unserem Tutorial: Upload-Link erstellen in 60 Sekunden.

Fazit

E-Mail-Anhänge sind ein Relikt aus einer Zeit, in der Datenschutz und Cybersicherheit keine Rolle spielten. Für den geschäftlichen Austausch sensibler Dokumente sind sie heute ein inakzeptables Risiko. Die gute Nachricht: Der Umstieg auf sichere Alternativen wie Upload-Links ist einfach, schnell und kostet weniger als ein einziger Datenschutzvorfall.


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